Heute ist mit der Rudolf-Petershagen-Allee eine belebte städtische Magistrale entstanden, die Fußgängern und Fahrradfahrern vorbehalten ist, und auf der sich in bemerkenswerter Weise universitäres und städtisches Leben verbinden.
Entscheidend verändert hat sich die Gesamtsituation durch die Ansiedelung des grossmaßstäblichen Universitätsklinikums im Süden der Rudolf-Petershagen-Allee . Der Hauptzugang und die dazugehörige Infrastruktur passen sich nicht dem stadträumlichen Prinzip der anderen Neubauten an, sondern wurden funktional autark entwickelt.
Diese Situation definiert die städtebauliche Aufgabenstellung des Wettbewerbes zur Mensa der Universität Greifswald: Wie artikuliert sich das neue Gebäude im vorhandenen Stadtraum. Ist es ein weiterer Universitätsbaustein an der Rudolf-Petershagen-Allee oder wird das Gebäude zu einem unmittelbaren Gegenüber des Universitätsklinikums ? Aus unserer Sicht muss das neue Gebäude beide Kriterien erfüllen.
Eine Mensa ist im Duktus universitären Bauens eine Zentrale Einrichtung an einem möglichst zentralen und öffentlichen Ort. Die gerade erst realisierte Universitätsbibliothek und das zukünftige Gebäude für Hörsäle und Auditorium Maximum bestätigen die Relevanz unserer Entwurfsentscheidung.
Der Baukörper ist als einfache Figur mit einer klaren Nord-Süd-Ausrichtung konzeptioniert. Eine Besonderheit ist die Verbindung vom Berthold-Beitz-Platz (Haupteingange Mensa, Bibliothek, Hörsaalgebäude) zum Haupteingang des Universitätsklinikums. Hier besteht bereits eine attraktive Passage entlang des Regenrückhaltebeckens. Dieser Weg soll durch unseren Entwurf gestärkt werden, in dem der östliche Bauteil unseres Entwurfs, in dem Teile des Speisebereichs untergebracht sind, aus der Nord-Süd-Achse des Gesamtgebäudes hinausgeschwenkt wird und sich unmittelbar auf die beschriebene Passage bezieht.